Flucht in den Westen – Zeitzeugin in Terra 5

Am Donnerstag der vergangenen Woche empfingen die Schüler*innen der  Terra 5 einen besonderen Gast: Ulrike Pracht, gebürtige Greifswalderin, erzählte von ihrem Aufwachsen in der DDR und ganz persönlichen Erlebnissen während ihrer Flucht im September 1989 in den Westen.

Gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Franziska, ihrem Freund und ihrem Bruder sowie dessen Freundin machte sie sich auf den Weg nach Prag, ohne ihre Eltern in die streng geheimen Fluchtpläne einweihen zu können. Nur ein Abschiedsbrief blieb für die Eltern zurück.

In Prag angekommen ließen die Flüchtenden den Wartburg stehen und kletterten mit ihrem wenigen Gepäck über die Mauer des Botschaftsgebäudes, um auf das Territorium der BRD zu gelangen. Dort verbrachten sie viele Tage des Wartens unter fast unerträglichen Bedingungen, da sich immer mehr und mehr Menschen in der Botschaft einfanden. Fast schon wollte Ulrike Pracht aufgeben. Da nahm ihr Hans-Dietrich Genscher, damaliger Außenminister der BRD, die Entscheidung förmlich ab: Bei seinem Eintreffen in der Prager Botschaft am 30. September 1989 verkündete er, dass alle DDR-Flüchtlinge, die sich in der deutschen Botschaft befinden, ausreisen dürfen. Ulrike Pracht, ihr Freund und die kleine Franziska saßen kurze Zeit später im ersten Zug, der über Bad Schandau, Dresden, Freiberg nach Hof fuhr. Nach einer mehrstündigen Zugfahrt kamen alle erschöpft in Hof an, wo sie bereits von vielen Menschen freudig begrüßt wurden.

(verantwortlich: SLK)

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